Jovanovski, Mann, echt jetzt!

Moor Jovanovski, Mann, echt jetzt!, Neukirchener Verlagsgesellschaft, 2023

Pastor Moor Javanovski gibt in diesem persönlichen Buch einen Einblick in Sein Werden und Bestehen als Mann. Dieser Einblick hat viel mit Suchen und Erfahren zu tun. Der Zugang zu dem Thema erfolgt über seinen persönlichen Zugang zu Gott.
Dabei teilt der Autor sein Buch in drei Schlüsselbereiche: Die Beziehung zu dir selbst, zu deinem Lebenspartner und zu deinen Kindern. Für ihn ist wichtig, dass es im Leben mehr um deine Identität als Mann als um deine Position und deine Karriere und Beruf geht. Unsere Identität als Männer sollte nicht vom beruflichen Erfolg -materiell- bestimmt sein.

In dem Abschnitt „Beziehung zu dir selbst“ spricht Javanovski von der Sehnsucht nach einem tieferen Sinn und einem höheren Ziel. Dies ist eine immer wiederkehrende Frage. Dabei ist die die traditionelle Rollenaufteilung und das ungeschriebene Gesetz: „Mannsein heißt, keine Gefühle zu zeigen“ hinderlich. Gefühle sind aber wichtig, um die eigenen Grenzen auszuloten und zu erkennen, was man kann und möchte. Diesen Zugang müssen wir uns als Männer erarbeiten. Jeder hat irgendwann Verletzendes im Leben erfahren. Und vielleicht erscheint es da leichter, sich ins Klischee Männer zeigen keine Gefühle zu flüchten, als sich mit ihnen konfrontiert zu sehen. Daher ist es wichtig, in meine innere Welt zu schauen, was nicht immer leicht ist.

Der Autor gibt dann noch einen konkreten, von ihm selbst praktizierten, Vorschlag, nämlich zum Anfang eines Quartals eine innere Inventur vorzunehmen. Er klinkt sich für 36 Stunden aus dem Alltag und zieht sich an einen Ort zurück, an dem er alles ausschaltet und sich digital isoliert. Dann legt er seinen Ehering ( und danach seine Freizeitaktivitäten. Vatersein, Gottesbeziehung) aufs Bett und beginnt, Gedanken zu den jeweiligen Punkten zu Papier zu bringen. Ihm hilft das Schreiben, sich innerlich zu sortieren.

Es ist besser, auf Wunden zu schauen, als sie zu ignorieren. Und wer verstanden hat, warum es einen bestimmten Schmerz in seinem Leben gibt, der kann sich besser um Heilung bemühen.
Blockaden wie Lüge, Angst, Wut und Scham müssen überwunden werden. Dabei sollte man sich helfen lassen (vertrauenswürdige Person, Männer, die dich inspirieren und an denen du dich orientieren kannst.). Sein Appell dabei: Such dir diese Verstärkung und setzte nicht allein auf dich.

In dem Abschnitt „Beziehung zu deinem Lebenspartner“ sind für den Autor eine Kultur des Ehrens und das Gespräch mit der Partnerin über Liebe und Erotik wichtig. Beziehung ist auch Arbeit, nicht aneinander vorbeileben. Bei der „Beziehung zu deinen Kindern“ formuliert er den Anspruch, eine authentische und innerlich gesunde Person sein. Der Vater darf nicht fehlen und weder durch beschäftigt sein noch durch Abwesenheit glänzen. Es beginnt damit, dass ich als Vater weiß, wer ich bin und was meine Aufgaben im Leben sind.

Das Buch gibt Anregungen zur Selbstreflexion. Es ist ein persönliches Lesebuch und stellt Bezüge zu biblischen Stellen her. Das Leben aus der Bibel merkt man dem Autor an, der Leser sollte diesen Ansatz mitgehen können. Leider sind seine Aussagen (trotz guter Ansätze) für mich teilweise zu plakativ und einfach geschrieben.

Jürgen Döllmann

Stichworte: Männlichkeit, Männer Heute

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