Stiehler, Väterlos.

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Matthias Stiehler, Väterlos. Eine Gesellschaft in der Krise. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2012. ISBN 978-3579066578. 192 Seiten.

 

In seinem Buch „Väterlos“ beschreibt Matthias Stiehler, wohin sich eine Gesellschaft entwickelt, wenn ihr das Prinzip der Väterlichkeit zugunsten einer überbordenden Mütterlichkeit verloren geht. Der Fall Guttenberg ist hierbei nur ein Beispiel, das er aufgreift, um daran exemplarisch zu statuieren, wie notwendig eine väterliche, konsequente Hand gewesen wäre anstatt des Versuchs, das Unvermeidliche zu vermeiden. Aber auch Väterlosigkeit im Strafsystem, in Partnerschaften oder in der Sozialarbeit führt immer wieder zu oft ungewollt negativen Konsequenzen. Während der erste Teil vor allem die negativen Aspekte und Folgen der Vaterlosigkeit aufdeckt, legt Stiehler im zweiten Teil dar, worin die positiven Merkmale von Väterlichkeit liegen und welche Chancen für Gesellschaft und jeden Einzelnen sich daraus entwickeln können.

Beim Lesen hat man den Eindruck, dass der Autor weiß, wovon er schreibt. Als psychologischer Berater hat er verschiedene Fälle kennengelernt, weiß um die Bedeutung des Vaters in der Entwicklung des Menschen und die Phänomene zu deuten. Mit seiner ehrlichen und direkten Ausdrucksweise bezieht er klar Position zu einer Väterlichkeit, die Struktur und Orientierung bieten kann. Sehr bedauerlich ist allerdings, dass der zweite Teil relativ knapp ausgefallen ist und an vielen Stellen das Beklagen der Vaterlosigkeit aus dem ersten Teil wieder zu viel Raum einnimmt. Trotzdem bleibt es ein sehr lesenswertes Buch, das nicht nur für Väter interessant ist.

 

Martin Zimmer

 

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