Pahl, Voll Porno!

Christoph Pahl, „Voll Porno!“ Warum echte Kerle „Nein“ sagen. Francke Verlag, Marburg 2010. ISBN: 978-3-86827-166-9. 198 Seiten.

 

Christoph Pahl (Jahrgang 1981), Theologe und Jugendreferent in Marburg, beschreibt auf eindrucksvolle Weise ein Problem, dass in den letzten Jahren verstärkt zugenommen hat: pornografischer Konsum von Teenagern und jungen Erwachsenen. Gerade in der heutigen Zeit stehen Jugendliche als Symbol für den Untergang des Anstandes: Grenzen werden aufgebrochen und überschritten, das Schamgefühl ist meist nur noch ein Begriff, den es im Lexikon nachzuschlagen gibt. Aber was steckt eigentlich hinter dem großen Drang zum sogenannten Pornokonsum? Neben der Präsentation von eindrucksvollen Ergebnissen repräsentativer Studien berichtet der Autor offen von seinen eigenen Erfahrungen. Aufgrund seines direkten Schreibstils, will Pahl seine Leser (und auch Leserinnen) ermutigen sich mit ihren eigenen Bedürfnissen und Sehnsüchten im Bereich der Sexualität auseinanderzusetzen.

90 Prozent der Konsumenten von Pornographie sind Männer und genau so viele Jugendliche haben bereits erste Erfahrungen damit. Schon mit wenigen Klicks können sich Inernetnutzer Bilder und Videos mit pornographischem Inhalt beschaffen, was sogar bis hin zu einer Internet-Sex-Sucht führen kann.

Gerade in einer Zeit, in der „echte“ Männer – so hat es den Anschein – nur dann „echt“ sind, wenn sie einen ordentlichen Bartwuchs, große Muskeln und schöne Frauen haben, setzt Pahl ein klares Zeichen: Männer sind verletzlich und haben auch Gefühle. Besonders in der Erziehung sieht der Autor die Gefahr, dass die Väter ihre Jungs in das Mannsein zu wenig begleiten bzw. ihnen nicht beistehen. Dies kann soweit führen, dass junge Männer auf ihrem Weg zum Mannsein ein verdrehtes Bild von Sexualität erhalten: Jungs und Männer werden verunsichert und stellen stets (un)bewusste Vergleiche mit Porno-Darstellern an oder werden oftmals negativ im Bereich der Partnerschaft beeinflusst.

„Was macht Gott mit Pornosündern?“ lautet Kapitel 7, in dem sich Pahl als Theologe bewusst mit der Frage auseinandersetzt wie im christlichen Glauben das Verhältnis von Gott und Sexualität zu verstehen ist. (S. 91ff) Im zehnten Kapitel gibt der Autor Ratschläge, um aus der „Pornofalle“ zu kommen. In einem abschließenden Exkurs richtet sich der Autor bewusst an Eltern, Partnerinnen, Jugendleiter und Seelsorger, denen er eine Hilfe an die Hand geben möchte, um junge Männer besser verstehen zu können und sie zu unterstützen.

Ein Buch, das ein aktuelles Thema aufgreift, zeitweise provoziert und gerade deshalb lesenswert ist.

 

Manuel Gall

 

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