Nilsson, Es ist wie Verliebtsein.

Johan Nilsson, Es ist wie Verliebtsein. Mein neues Leben als Vater. Herder, Freiburg – Basel – Wien 2005. ISBN 3-451-28547-9. 140 Seiten, € 14,90.

 

Die politische Diskussion der letzten Wochen und Monate um Elterngeld und „Papamonat“ hat sie plötzlich verstärkt in den Fokus des öffentlichen Interesses gestellt: die jungen Väter, die anders noch als ihre eigenen Väter von Anfang an stärker in ihren Familien präsent sein wollen – und dennoch nach der Geburt des ersten Kindes so oft in die „Traditionsfalle“ des kinderfernen Familienernährers geraten. Auf festsitzende traditionelle Rollenerwartungen wird in diesem Zusammenhang verwiesen oder auf politisch-ökonomische Rahmenbedingungen, die hinderlich und entsprechend zu ändern sind (siehe „Papamonat“). Und nicht selten wird in diesem Zusammenhang auf Skandinavien und besonders auf Schweden verwiesen, wo es schon länger Anreize und gezielte Förderung für familienpräsente Väter gibt. Ein solcher schwedischer Vater meldet sich nun in dem Buch zu Wort, der im Wechsel mit seiner Frau ein halbes Jahr Elternzeit nimmt und sein neues Leben als Vater mit dem kleinen Elon zu gestalten hat. Johan Nilsson, von Beruf Journalist, erzählt von seinen Erfahrungen und Erlebnissen als junger Vater zwischen Kinderwagen, Küche und Café. Er tut dies – und das macht das Buch so sympathisch – unprätentiös und ehrlich, zuweilen humorvoll und auch nachdenklich. Denn im Schweden der späten 90er Jahre (Elon kommt im Januar 1998 zur Welt, so erfahren wir auf S. 50) ist ein Mann in Elternzeit immer noch eine Ausnahme. So erlebt sich Johan Nilsson doch als jemand, der neue und ungewohnte Schritte geht. Wie es denn sei, Vater zu sein, fragen ihn deshalb die Leute neugierig. Und der junge Vater antwortet: „Es ist wie Verliebtsein“ (S. 16).

Natürlich eignet sich dieses Buch vor allen Dingen zum Verschenken – an junge Väter und an die, die es noch werden wollen. Mit Sicherheit würde es aber auch nichts schaden, wenn es einmal die Entscheidungsträger lesen würden, die die Rahmenbedingen für junge Väter bei uns setzen und beurteilen – in der Politik, in der Wirtschaft, in den Medien.

 

Andreas Ruffing

 

 

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