Geiger, Der alte König in seinem Exil.

Arno Geiger, Der alte König in seinem Exil. Carl Hanser Verlag, München 2011. ISBN: 978-3-446-23634-9. 192 Seiten.

 

„Wie geht es dir, Papa? – Also, ich muss sagen, es geht mir gut. Allerdings unter Anführungszeichen, denn ich bin nicht imstande, es zu beurteilen“ (S.17). Arno Geiger, österreichischer Schriftsteller, erzählt die Geschichte von seinem Vater, der an Alzheimer erkrankt ist und Stück für Stück seine Lebenskraft und seine Erinnerungen verliert. Zunächst noch unbemerkt und schleichend stellt der Sohn allmählich Veränderungen im Verhalten seines Vaters fest, die er zunächst nicht deuten kann. Später wird ihm klar, dass der Vater die Realität nicht mehr als solche wahrnimmt. In vielen Gesprächen mit ihm versucht er, die oft unverständlichen und wirren Sätze des Vaters anfangs noch zu korrigieren und später zu verstehen.

Seine Erfahrungen mit dem Vater schreibt er auf, überdenkt das Leben des Vaters von vorne und beginnt dabei zugleich seine eigene Kindheit und Jugend wiederzuentdecken. Aufgrund der langen Pflege, Begleitung und Unterstützung schließt er eine neue und ihm vorher unbekannte Freundschaft mit seinem Vater – eine, die ihm zu verstehen gibt, den alten König in seinem Exil zu würdigen. Ein sehr persönliches Buch über die neuentdeckte Freundschaft eines Sohnes zu seinem Vater – liebevoll erzählt, feinfühlig geschrieben.

 

Manuel Gall

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