Döge, Von der Antidiskriminierung zum Diversity-Management.

Peter Döge, Von der Antidiskriminierung zum Diversity-Management. Ein Leitfaden. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008. ISBN 978-3-525-49130-0. 111 Seiten, € 12,90.

 

„Managing Diversity stellt eine Strategie zur Optimierung von Reflexionswissen im Umgang mit Unterschieden dar“ (S. 29), heißt es kurz und knapp im Buch von Peter Döge. Welche Unterschiede sind gemeint? Menschen unterscheiden sich aufgrund körperlich-biologischer oder soziokultureller Merkmale. Fakt ist, dass solche Merkmale (gerade etwa des Geschlechtes oder der Rasse) zu Benachteiligungen in Gesellschaften und ihren Organisationskulturen führten und bis heute noch führen. Die „Gestaltung eines benachteiligungsfreien Miteinanders von Menschen in Organisationen“ (S. 7) bleibt nach wie vor eine Aufgabe, die seit dem Jahre 2006 durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Deutschland von allen Akteuren in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unmissverständlich gefordert ist. Das Konzept des „Managing Diversity“ versucht diesen Antidiskriminierungsauftrag positiv zu wenden und die vorhandene Vielfalt unterschiedlicher Menschen produktiv zu gestalten. Managing Diversity verknüpft damit Konzepte wie Gleichstellung, Antidiskriminierung, Frauenförderung, Work-Life-Balance etc. miteinander, die bislang isoliert nebeneinander standen.

In der Wirtschaft, vor allen Dingen in großen Unternehmen, bereits erfolgreich praktiziert, ist Managing Diversity in öffentlichen Verwaltungen und Non-Profit-Organisationen bislang kaum umgesetzt. Mit seinem Leitfaden wirbt der Autor dafür, solche Prozesse auch in diesen Bereichen in Gang zu setzen, und bietet dafür im fünften Kapitel von ihm selber erprobte Umsetzungsschritte an. Insofern ist das Buch zunächst für all die von Interesse, die in ihren Einrichtungen als Entscheider wie Beteiligte mit Organisationsentwicklungsprozessen zu tun haben. Für sie hat Peter Döge einen handlichen, gut strukturierten (hilfreich sind die zusammenfassenden Thesen am Ende jeden Kapitels) und verständlich geschriebenen Leitfaden erstellt. Darüber hinaus liest sich das zweite („Der Umgang mit Unterschieden“) und vierte Kapitel („Was ist Kultur? – Kulturdimensionen und Kulturebenen“) wie ein kulturwissenschaftliches Kompendium im Kleinen. Döge gelingt es wie in früheren Veröffentlichungen auch, komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu bringen. Dies gilt besonders auch für seine Ausführungen zum Geschlechterverhältnis (S. 40 47). Ein ausführliches Literaturverzeichnis und ein Stichwortregister runden den empfehlenswerten Leitfaden ab.

 

Andreas Ruffing

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