Warum wir Kinder, Liebe und Karriere nicht vereinbaren können, Reinbek bei Hamburg 2015 978-3-498-00415-6

 

Der Untertitel verrät schon, worum es in dem Buch der beiden „Zeit“ Journalisten geht. In ihrem Kapitel „Vorweg“ beschreiben sie denn auch als Fazit, dass es einfach nicht zusammen gehe. Wir haben nicht genug Zeit für unsere Kinder, für unsere Partner und für unseren Job. Außerdem sind die Autoren verärgert: über die Politik, über die Wirtschaftslobby und auch über sich selber.
Als Ziel des Buches möchten die Autoren ins Gespräch kommen und mit ihrem Buch darzulegen, dass auch Männer wahrnehmen, dass etwas schief läuft und das auch Männer sich überfordert fühlen können. Das ist vielleicht einer der Vorzüge dieses Buches, dass zwei Betroffene Männer eingestehen, wie sie sich fühlen und wie es zu dieser Unvereinbarkeit durch unklare Rollenmodelle und übersteigerten Ehrgeiz kommen konnte Dieses geschieht in einem flott und kurzweilig geschriebenen Buch. Ergänzt wird das ganze durch 10 Interviews zu diesem Thema. In weiteren Kapiteln geht es um die Gründe und die Folgen. Die Autoren versuchen zu beschreiben, wie die Arbeitswelt immer tiefer in das Privatleben eindringt, wie die verwirrenden Rollenbilder und die Beschleunigung wirkt. Sie schreiben selber, dass sei ein niederschmetternder Befund. Betriebe fordern sie zum Nachdenken über neue Karrieremodelle auf, die Politik über eine Änderung der Familienpolitik. Wirkliche Gleichstellungspolitik müsse Politik für Frauen und Männer sein.

Und weiter? Die Autoren fordern gesellschaftliche Veränderungen, politische Reformen und ein Umdenken in den Unternehmen. Das Buch fordert eine Ehrlichkeit und nicht das nacheifern irgendeines Ideals, um bestimmten Erwartungen zu entsprechen. Dies ist vielleicht die Kurzformel für das Buch.

Jürgen Döllmann