Martin Engelbrecht / Martin Rosowski, Was Männern Sinn gibt. Leben zwischen Welt und Gegenwelt. Mit einem Geleitwort von Christoph Bochinger und einem theologischen Ausblick von Paul M. Zulehner. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2007. ISBN 978-3-17-019337-6. 189 Seiten, 19,80 €.

 

Lange angekündigt, ist sie nun endlich im Herbst beim renommierten Kohlhammer-Verlag in Stuttgart erschienen: die Buchveröffentlichung der Interviewstudie zu kirchenfernen Männern, die im Auftrag der evangelischen und katholischen Männerarbeit in den Jahren 2003–2005 am Institut zur Erforschung der religiösen Gegenwartskultur der Universität Bayreuth von Martin Engelbrecht durchgeführt wurde. Immerhin liegt die Präsentation der Studie ja mittlerweile schon über zwei Jahre zurück (vgl. MANN IN DER KIRCHE 1/05, S. 21-23) und sind die Ergebnisse in der Männerarbeit der beiden Kirchen seitdem in verschiedenen Publikationen und Tagungen intensiv ausgewertet worden.

So werden viele, die diese Rezension lesen, den Forschungsbericht auch bereits kennen und den von den Trägern im Mai 2005 veröffentlichten Abschlussbericht besitzen. Lohnt sich dann überhaupt noch die Anschaffung des Buches? Darauf ist mit einem Ja zu antworten. Denn über den eigentlichen Forschungsbericht von Engelbrecht hinaus (S. 43-173) enthält der Band eine inhaltlich dichte und instruktive Stellungnahme von Martin Rosowski, dem Hauptgeschäftsführer der Männerarbeit der EKD, zur Relevanz der Studie für die kirchliche Männerarbeit (S. 21-41). Seine Einsichten decken sich über weite Strecken mit dem, was auch auf Seiten der katholischen Männerarbeit seit 2005 auswertend zur Studie formuliert worden ist. Deutlich wird, wie die evangelische und die katholische Männerarbeit angesichts der Forschungsergebnisse in gleicher Weise vor einer missionarischen Herausforderung stehen und wir auch in der Zukunft unsere Wege in der Männerarbeit in einem guten ökumenischen Geist zu gehen haben. Da passt es gut, dass am Schluss Paul M. Zulehner im Anschluss an die Studienergebnisse prägnante „Bausteine für ‚Männertheologie‘“ (S. 175-181) formuliert und damit deutlich macht, wie sehr der ökumenische Dialog in der Männerarbeit auch und gerade ein theologisches Gespräch über Selbstverständnis und Zielsetzung der eigenen Arbeit zu sein hat.

Ein Geleitwort von Prof. Christoph Bochinger, dem Leiter des Bayreuther Forschungsinstitutes (S. 9-15), das die Entstehung der Studie und ihre Einordnung in der Forschungsarbeit des Institutes nachzeichnet (ärgerlich, dass beim Dank an die beteiligten Personen und Institutionen Erzbischof Schick mit falschem Vornamen genannt ist), und ein ausführliches Literaturverzeichnis, das auch Literatur nach 2005 berücksichtigt, runden den Band ab.

 

Andreas Ruffing