Friedrichs, Ist das Gott oder kann das weg?

Jakob Friedrichs, Ist das Gott oder kann das weg? Warum Ostern ein merkwürdiges Fest ist, Gerth Medien Asslar 2020

Der Autor Jakob Jay Friedrichs, Jahrgang 68, ist Gemeindepädagoge, Comedian und Autor. Er hat unter dem provokanten Slogan „Kann das weg? ein kurzweiliges Büchlein geschrieben. Es ist ein sehr persönliches Buch über seine Sichtweise des christlichen Glaubens geschrieben. Nach den Angaben ist es ein Buch für Zweifler oder vom Glauben Enttäuschte – die aber die mit Ostern verbundene Hoffnung noch nicht aufgegeben haben.  Dieser Gott ist anders, als wir Menschen es und vorstellen oder gar befürchten. Es ist eine Vorstellung von Gott, der selbst nach 2000 Jahren Christentum nicht recht in unser Denken passt. Eine der Grundbotschaften des Buches ist denn auch, dass Gott ein echter, richtiger Mensch, einer von uns.
Zunächst geht es in dem Buch um Weihnachten und die Botschaft des Weihnachtsfestes: Der wahre König ist geboren, und er entspricht nicht euren Erwartungen. Er verweigert sich konsequent dem, was uns als angemessen und göttlich erscheint. Denn Gott ist dann nicht „da oben“ zu finden, nicht im Perfekten, sondern auch im Mittelmaß und wenn es nicht so gut läuft. Eine andere Frage des Autors ist die, wie aus dieser Botschaft eine Weltreligion entstehen konnte.

Wie gesagt, es ist ein sehr persönliches Buch. Aber vielleicht kann es deshalb auch viele Menschen ansprechen, wenn der Autor beispielsweise über sich sagt, dass an manchen Tagen ihm das Glauben leichtfalle und an manchen glaube ich gerade mal, dass der Glaube an Gott vielleicht eine gute Idee ist. Aber was mich immer wieder dazu bringt, ihn mich anzuvertrauen, ist diese komplett andere Art von Gott, das Kreuz und der Karsamstag (Gott steigt aus dem ganzen Zirkus aus und lässt sich hinrichten).

Oft genug funktioniert Gott nicht so, wie wir uns das vorstellen oder wünschen. Den Autor reizt am Christentum die unerwartete, merkwürdige Vision von Gott, das Leben ganz anders anzuschauen und zu leben. Ja es ist eine andere Art und Vision von Leben als heutzutage oft in der Gesellschaft. Das Buch schließt denn auch mit der Aufforderung, „Mach‘s wie Gott und werde Mensch“. Als konkretes Beispiel benennt der Autor im Leben Brücken zu bauen statt Mauern.

Zum Schluss des Buches kommt er noch auf den Untertitel des Buches zu sprechen. Ostern bedeutet, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Natürlich dann auch die Hoffnung, dass es mehr als dieses Leben gibt.

Ein leicht lesbares Buch in einer verständlichen Sprache, welches einen persönlichen Zugang zu komplexen Fragestellungen bietet. Ein Gesprächsanlass für Männergruppen.

 

Jürgen Döllmann

Stichwörter: Kirche und Theologie

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