Fastenimpuls – 2. Fastensonntag

Aufbruch ins Ungewisse

 

Ca. acht Jahre ist es her. Da verlor ich die Sicherheit für meine Lebensplanung. Meine Ehe ging auseinander und damit brach für mich eine Welt zusammen. Ich war verwirrt, unsicher und eine ganze Zeit orientierungslos. Neben dem Grübeln, den unvermeidlichen Fragen nach dem „Warum?“ und auch Momenten der Wut, war es vor allem eine Zeit der Trauer. Aber dann kamen weitere Fragen: Wo führt mich das alles hin? Was erwartet mich und wie gehe ich damit um? Eines wusste ich, ich wollte in dem Loch nicht gefangen bleiben, ich wollte da raus. Aufbrechen!

Viele haben solche Situationen erlebt, die unerwartet und nicht geplant uns ganz woandershin führen, als früher gedacht. Der Tod der Partnerin, des Partners oder eines lieben nahestehenden Menschen, schwere Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes oder andere Schicksalsschläge können das auslösen. Und es gibt auch Fälle, da treibt es uns aus ganz anderen Gründen zu einem Aufbruch, bei dem wir das Ziel nicht kennen. Eine neue Stelle z.B., Herausforderungen im Beruf oder in der Familie, ein Umzug aus vertrauter Umgebung … Wie gehen wir damit um? Gibt es etwas, das uns in einer Situation des Aufbruchs ins Ungewisse Halt gibt?

Die heutige Tageslesung aus dem Alten Testament berichtet auch von einem grundlegenden Aufbruch. Abraham, der aus seinem Land und seinem Vaterhaus wegzieht, Freunde und Verwandte verlässt, wird in der Situation des Aufbruchs von Gott gesegnet. Gott will ihn zu einem großen Volk machen und Gott verheißt ihm: Ein Segen sollst du sein.

Bei meinem Aufbruch ins Ungewisse ist in mir das Gefühl gewachsen, Gott hört mich, er stärkt mir den Rücken und gibt mir Halt. Ich fühlte mich nicht von Gott verlassen, sondern ich habe erfahren dürfen, das Ungewisse muss mir keine Angst machen, ich darf auf Gutes hoffen, auf guten Segen. Auf diese Sicherheit kann ich vertrauen.

 

Meine Impulsvorschläge für die nächste Zeit:

  1. Sich Zeit nehmen und daran erinnern: Wo habe ich Zeiten der Veränderung, des Richtungswechsels in meinem Leben erfahren? Was hat mich damals angetrieben? Wie habe ich das erlebt und welche Erfahrungen habe ich gemacht?
  2. Und es müssen ja nicht immer die großen Umbrüche sein, es gibt auch die kleineren Aufbrüche aus dem Alltag. Vielleicht einfach mal losziehen, sich treiben lassen. Vielleicht finde ich einen interessanten Ort, habe gute Begegnungen, erlebe Neues …

 

 

Autor: Christoph Hefter

Biblischer Bezugstext: Genesis 12, 1-4a

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