Fachpodium anlässlich der Präsentation der Studie „Männer in Bewegung“

An die Pressekonferenz am 18. März 2009, in der die Studie „Männer in Bewegung“ vorgestellt wurde, schloss sich ein gut besuchtes Fachpodium an. Zwischen einer – diesmal ausführlicheren – Vorstellung der Studie und einer Fragerunde zum Ende der Veranstaltung standen drei Statements:

Erzbischof Dr. Ludwig Schick sah in der Studie eine Reihe von Aufträgen: Es gelte, die Inhalte der Studie (pastoral-)theologisch zu durchleuchten. Weiterhin soll die Kirche Männern bei der Modernisierung behilflich sein und in Konfliktfeldern (z. B. Vereinbarkeit Familie – Beruf) hilfreich zur Seite stehen. Eine stärkere Berücksichtigung von Männern und Männerarbeit forderte er für Kindergärten und den Pflegebereich.

In Vertretung von Frau Welskop-Deffaa kam Frau Dr. Angela Icken von der Gleichstellungsabteilung des Bundesfamilienministeriums. Dass auch die Beschäftigung mit Männeranliegen ein Thema für ihr Haus ist – dafür musste erst ein Bewusstsein geschaffen werden. Mittlerweile beginne die Studie „Männer in Bewegung“ aber bereits zu wirken. Als Beispiele nannte sie: Das Ministerium nimmt die Problematik der alleinerziehenden und unterhaltspflichtigen Männer zunehmend in den Blick. Das Thema Männer und Pflege vertieft eine Sonderauswertung des Befragungsmaterials der Studie durch Prof. Zulehner. Und das Thema Gewalt wird differenzierter gesehen – auch Männer sind ja in hohem Maße Opfer.

Mit Dr. Peter Döge bezog ein bekannter Männerforscher Stellung: Für ihn wird aus der Studie gerade auch deutlich, dass es nicht die Männer (bzw. die Frauen) gibt, sondern dass Männer vielfältiger sind, als oft gedacht wird. Auch wandte er sich gegen eine vorschnelle Betrachtung von Männern als „Mängelwesen“, als defizitär. Männer sind beispielsweise durchaus auch emotional – auch wenn sie das anders ausdrücken. Die Erkenntnis aus der Studie, dass nur ein relativ geringer Prozentsatz sich für Männergruppen interessiert, erklärte Döge dadurch, dass Männergruppen nicht unbedingt für jeden Mann die richtige Form sind. Es gibt aber Themen – z. B. soziale Gerechtigkeit, Familie, Weltfrieden –, die auch Männer beschäftigen und an denen die Männerarbeit andocken könnte.

Fachpodium zur Studie Maenner in Bewegung
von links nach rechts: Franz-Josef Schwack, Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Dr. Angela Icken, Pfr. Heinz-Georg Ackermeier, Dr. Peter Döge, Rainer Volz, Prof. DDr. Paul M. Zulehner

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