Verlinden / Külbel, Väter im Kindergarten.

Martin Verlinden/Anke Külbel, Väter im Kindergarten. Anregungen für die Zusammenarbeit mit Vätern in Tageseinrichtungen für Kinder. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 2005. ISBN 3-407-56296-9. 95 Seiten, € 14,90.

 

Fast schon gebetsmühlenartig findet sich in der Männer- und Väterliteratur mit Blick auf die Präsenz von Vätern in Kindertageseinrichtungen immer wieder der gleiche Satz: Kindergärten sind nach wie vor frauendominierte Zonen, in denen Erzieherinnen und Mütter miteinander interagieren, während Väter eher Zaungäste sind. Auch das vorliegende Buch nimmt dies zum Ausgangspunkt (S. 13-30), bleibt aber nicht in der bloßen Beschreibung von Defiziten stehen. Vielmehr vermitteln Martin Verlinden, in der Väterarbeit kein Unbekannter, und Anke Külbel konkrete Tipps und Anregungen, wie die Zusammenarbeit mit Vätern im Kindergarten verstärkt werden kann. So wendet sich der schmale Band auch in erster Linie an die (überwiegend weiblichen) Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und ermutigt sie, in ihrer Elternarbeit gezielt auf Väter zuzugehen und diese bewusst und gezielt zum Wohle der Kinder zur Zusammenarbeit und Mitgestaltung einzuladen. Das Wichtigste an diesem Praxisleitfaden ist dabei für mich der wertschätzende Grundton, mit dem hier von den Vätern die Rede ist. Das gilt für den kurzen theoretischen Einleitungsteil (S. 31-41) ebenso wie für den eigentlichen Praxisteil (S. 55-88). Dieser wertschätzende Ton klingt bereits in der Einleitung an, wenn es heißt: „Väter interessieren sich heute offenbar für die aktive Begleitung ihrer Kinder stärker als jemals zuvor, wollen deren Heranwachsen miterleben und sensibel mitgestalten“ (S. 9). Die Praxisbeispiele zeigen anschaulich und nachvollziehbar, wie dies im Rahmen von Kindergärten mit einer expliziten Väterarbeit unterstützt und gestärkt werden kann. Gut, dass es dieses Buch gibt! Wichtig aber ist vor allen Dingen, dass es seinen Adressatenkreis in den Kindergärten erreicht, damit eine explizite Väterarbeit dort in Zukunft endlich als ganz selbstverständlicher Bestandteil der Elternarbeit angesehen wird.

 

Andreas Ruffing

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