Malessa, Mann! Bin ich jetzt alt ?!

Andreas Malessa, Mann! Bin ich jetzt alt?!, adeo Verlag, Asslar 2021

Andreas Malessa ist ein deutscher Hörfunkjournalist in der ARD und evangelisch-freikirchlicher Theologe. Er hat ein mit vielen persönlichen Erfahrungen versehenes Buch über das Altern von Männern geschrieben. Seine Motivation dafür beschreibt er mit „so kam ich auf die Idee, Fakten zu sammeln und über Begegnungen zu berichten aus einer Lebensphase, die Frauen zu kennen glauben und Männer selten zu erkennen geben.“.
In Zeitschriften und Ratgeberbüchern werden oft die altersbedingte abnehmende Attraktivität des Körpers, der nachlassende sexuelle Anreiz und die zunehmende Gewöhnung aneinander als die Gefahr für Ehe und Partnerschaft beschrieben. Dementsprechend müsse man am Erhalt von Schönheit und Anziehungskraft arbeiten.
Alte Männer beklagen nichts, weil sie nicht glauben können, dass ihre Selbstwahrnehmung und ihre Außenwirkung zwei verschieden Paar Schuhe sind. Viele Männer nehmen sich selber als jünger wahr, als sie sind. Sie ertragen das meiste klaglos, weil sie sich in die Situation ihrer Berufstätigkeit zurückträumen. Als Themen werden im Buch in verschiedenen Kapiteln Altersarmut, Sexualität, Berufstätigkeit im Alter, Rente und Übergang in die Rente behandelt.
In dem Kapitel zum Thema Rente hat mir der Gedanke gut gefallen, dass Männer oft Tätigkeiten, die zwar prinzipiell mal gemacht werden müssen, aber nicht unbedingt bis zu einem Termin, nicht so ernst nehmen. Wenn man für seine Arbeit aber undefiniert viel Zeit hat, verliert die Leistung an Wert. Freizeit war für viele war in vielen Beziehungen ein knappes und damit wertvolles Gut. Aber plötzlich ist genug Freizeit vorhanden, die dann dementsprechend weniger wert ist.

In kurzweiligen Portraits von Personen nimmt uns der Autor mit auf eine unterhaltsame Reise durch Innenwelten von Männern.

Fazit: Das Buch hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Zum Teil hat es mir Spaß gemacht, die einzelnen Kapitel zu lesen und zu blättern, zum anderen waren Kapitel dabei, wo ich gedacht habe, so etwas habe so in der Art schon häufiger und auch fundierter gelesen.
Meiner Meinung nach gibt das Buch einige zum Einsteigen geeignete Anregungen über den zukünftigen Ruhestand nachzudenken. Und das in leichter Art geschrieben.

Jürgen Döllmann

Stichworte: Lebenshilfe, Männer heute

Related Posts

Neueste Buchbesprechungen

Soethof, Väter können das auch!
28. November 2022
Zykunov, Wir sind doch alle längst gleichberechtigt
28. November 2022
Tobias Moorstedt, Wir schlechten guten Väter
25. Oktober 2022
Haberl, Der gekränkte Mann
25. Oktober 2022
Schneebauer, Männerschmerz
27. September 2022
Von Heesen, Was Männer kosten
31. August 2022

Themenbereiche

Archiv der Beiträge