Rose / May (Hrsg.), Mehr Männer in die Soziale Arbeit!?

Lotte Rose / Michael May (Hrsg.), Mehr Männer in die Soziale Arbeit!? Kontroversen, Konflikte und Konkurrenzen (Geschlechterforschung für die Praxis Bd. 1), Verlag Barbara Budrich, Opladen 2014, 318 S. (ISBN 978-3-8474-0057-8)

Der Sammelband stellt eine aktualisierte und um weitere Beiträge ergänzte Dokumentation einer 2011 in Frankfurt durchgeführten Tagung mit gleichem Titel dar. Die im Untertitel angekündigten Kontroversen, Konflikte und Konkurrenzen sind erwartungsgemäß die gleichen, die auch in der Diskussion um mehr Männär in Kitas und Schulen eine Rplle spielen. Zwei Beiträge des Sammelbandes widmen sich übrigens auch dezidiert Männern in Kitas bzw. im Kindergarten. Auch mit Blick auf die Soziale Arbeit ist der Ausgangspunkt wieder einmal die schlichte Feststellung, dass Männer fehlen: Im Studiengang Soziale Arbeit und im späteren Berufsfeld sind sie deutlich unterrepräsentiert. Und ähnlich wie bei Erziehung und Bildung gibt ein auch (politisch) deutlich artikuliertes Interesse, den Männeranteil in der Sozialen Arbeit zu erhöhen. Warum dies gerade jetzt „zum so erfolgreichen, anerkannten Reformthema“ (S.13) wird, welche gesellschaftlichen Entwicklungen und Interessen dahinter stehen, was davon geschlechter- und professionspolitisch zu halten ist, wird in insgesamt 18 Beiträgen erörtert.

Als ersten Einstieg empfiehlt sich hier übrigens neben der Einleitung der Beitrag von Barbara Thiesen “Die Männerfrage in der Sozialen Arbeit – Ein Kommentar“ (S.91-100). Darin formuliert sie aus Eindrücken und Beobachtungen zur Tagung Anfragen, Irritationen und Ambivalenzen. Auf zwei Punkte macht sie dabei besonders aufmerksam, die eine weitergehende Diskussion verdienen: Zum einen, dass die Debatte um „Mehr Männer in der Sozialen Arbeit“ nach ihrem Eindruck eine problematische „Homogenisierung von Männern und Männlichkeiten“ (S.98) beinhaltet, und zum zweiten einer nicht minder problematischen „Re-Traditionalisierung von Männlichkeitsbildern“ (S.96) Vorschub leistet.

Andreas Ruffing

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