Löffler / Wagner / Wolfersdorf, Männer weinen nicht. Depression bei Männern.

Constanze Löffler, Beate Wagner, Manfred Wolfersdorf, Männer weinen nicht. Depression bei Männern. Anzeichen erkennen, Symptome behandeln, Betroffene unterstützen, Wilhelm Goldmann Verlag, München 2012. ISBN 978-3442173204. 304 Seiten.

 

In diesem Buch beschäftigen sich die Autoren mit einem Thema, das seit Hildegard von Bingen lange Zeit in Vergessenheit geraten schien: Depression bei Männern. Die Art der Männer mit dieser Krankheit umzugehen, unterscheidet sich zu den Frauen und wurde daher von den Medizinern lange Zeit übersehen. Schon im Vorwort weist Prof. Wolfersdorf darauf hin, dass die Zahl der festgestellten Depressionen bei Frauen dreimal höher ist als bei Männern, aber es sich bei der Suizidrate genau umgekehrt verhält. Somit konnte der Fakt, dass Männer weniger depressiv werden, so undifferenziert nicht stimmen. „Heute glauben wir, dass Männer zumindest im höheren Lebensalter genauso oft an einer Depression erkranken wie Frauen.“ (S. 10)

Das Buch richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte. Es klärt auf über die verschiedenen Krankheitsbilder der Depression, gibt gut erklärte und detaillierte Einblicke in die psychischen und biologischen Vorgänge einer Depression und fordern auf, diese Krankheit – vor allem bei Männern – nicht zu verdrängen, sondern ernst zu nehmen. Auch die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten werden vorgestellt und in ihren Wirkungsweisen erklärt. Um den Verlauf der Krankheit und deren Heilung zu veranschaulichen, kommen Betroffene oder deren Angehörige zu Wort. Auch anhand einer Vielzahl prominenter Persönlichkeiten schildern die Autoren, wie sich die Krankheit bemerkbar macht und Menschen sukzessiv in ihrem Lebensalltag beeinflusst. Die Autoren machen Mut dafür, dass sich die Krankheit besiegen lässt und kein Tabuthema in unserer Gesellschaft sein darf.

Insgesamt ist das Buch sehr lesenswert und verständlich geschrieben. Es hilft, Symptome bei sich und anderen zu erkennen, und gibt Tipps, einer Depression vorzubeugen.

 

Martin Zimmer

 

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