Adventimpuls 9

Wer wartet schon gerne?

Neulich im Sonntagsevangelium mussten zehn Jungfrauen auf den Bräutigam warten. Fünf von ihnen hatten Öl für die Lampen dabei, fünf andere nicht. Dsa Gleichnis wird vor etwa zweitausend Jahren in der Bibel erzählt. Da gab es noch kein elektrisches Licht. Und man konnte auch nicht einfach auf einen Knopf drücken, damit das Licht angeht. Man brauchte Vorrat, wenn es länger dunkel bleibt und nicht gerade der Vollmond die Nacht etwas aufhellte. Das heißt, man musste voraus denken, gewappnet sein.

Als es losging und alle ganz aufgeregt waren, gingen die einen mit in den Festsaal. Die anderen mussten sich belehren lassen: Wenn wir teilen, reicht es nicht für alle. Ooops.

Und besorgt euch selber, was es braucht, damit ihr mitkommt.

Ooops.  (oder: hola)

Und als sie dann später gerichtet wiederkamen, war der Markt verlaufen. Für die einen hatte sich das Warten gelohnt. Die anderen hatten das Nachsehen. Das Fest war im Gange und fand ohne sie statt. Die Gelegenheit war versäumt, sich kennenzulernen und dazu zu gehören. Erst unnötig gewartet, dann falsch orientiert und dann ausverkauft. Kein gutes Gefühl. Irgendwie dumm gelaufen.

Und was jetzt?

Scheinbar reicht warten für sich nicht. Man muss schon selber mit eigener Aufmerksamkeit dabei sein, sich umsehen, aus sich herausgehen, aktiv werden, vorausdenken, wenn das eigene Warten Sinn haben soll. Warten an und für sich braucht es immer wieder. Aber Warten allein und einfach nur dabeisitzen, hilft gar nichts. Aber das muss man wohl auch erst mal kapieren.

Ich habe das alles so bei mir gedacht, während im Gottesdienst an einem Sonntag dieser Tage diese Geschichte aus dem Matthäusevangelium vorgelesen wurde.

Otmar Maas

Pastoralreferent in Freiburg-Nord

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