Modler, Für Wanderer und Krieger.

Peter Modler, Für Wanderer und Krieger. Männergebete. Herder, Freiburg – Basel – Wien 2004. ISBN 3-451-28372-7. 127 Seiten, 12,90 €.

 

Ein interessantes Männerbuch ist da im Sommer im Herder-Verlag erschienen. Wer regelmäßig die Kataloge der katholischen Verlage durchblättert, der findet sie selbstverständlich immer wieder: die Abteilung „Spiritualität“ mit einer Fülle von Gebets- und Meditationsbüchern für Menschen in jeder Lebenslage und jeglichen Alters. Viele dieser spirituellen Wegbegleiter richten sich auch dezidiert an Frauen. Und entsprechende Bücher direkt für Männer? Sie machen sich – von einzelnen Ausnahmen wie etwa Markus Roentgens 2001 im Aschendorff-Verlag erschienenem Buch „52 Wochen ein ganzer Mann“ – eher rar. Schön, dass nun auch der Herder-Verlag mit einem solchen Projekt an die Öffentlichkeit tritt.

Der Autor des kleinen, ansprechend gestalteten Büchleins (nervend finde ich es allerdings mittlerweile schon, dass auch hier wie so oft bei Veröffentlichungen zu Männerthemen im kirchlichen Umfeld Michelangelos David als Titelbild auftaucht, als gäbe es sonst keine geeigneten Motive) ist kein Mann aus der kirchlichen „Männerszene“. Der Reiz, ja der Charme des Buches liegt für mich nun genau in dieser Tatsache begründet. Hier schreibt kein professioneller „Männerarbeiter“, sondern so etwas wie ein „Quereinsteiger“ (man lese nur die biographischen Angaben zum Autor auf S. 127). Sein Anliegen umreißt Modler folgendermaßen: „Gebete für andere aufzuschreiben, ist eigentlich nur zu rechtfertigen, wenn man eine gewisse Sprachlosigkeit (bei Männern) wahrnimmt und dann ein paar Vorschläge macht, wie man das ausdrücken könnte – im Angesicht Gottes“ (S. 13).

Im ersten Teil (S. 22–62) finden sich daher vom Autor selbst formulierte Gebete, die in ganz unterschiedliche Lebenssituationen und Befindlichkeiten von Männern hineinzusprechen suchen. Es folgt eine kurze Besinnung zur Tradition des Herzensgebetes (S.64–70). Im dritten und vierten Teil (S.72–99) versucht Modler u.a., das Vaterunser und das Rosenkranzgebet für Männer heute aufzuschließen – für mich als Theologen spannend und anrührend zugleich. Unter der Kapitelüberschrift „Vergessene Gebete“ hat Modler dann abschließend Texte von Friedrich Spee, Paul Gerhardt, Friedrich Hölderlin, Dietrich Bonhoeffer, Dag Hammarskjöld, Pierre Teilhard de Chardin, Jochen Klepper, Thomas Merton und Gottfried Bachl gesammelt – eine schöne Zusammenstellung von bekannten, aber auch weniger bekannten Gebetstexten.

Insgesamt ein empfehlenswertes Büchlein für spirituell interessierte Männer, das sich gerade auch als kleines Geschenk zu Weihnachten anbietet.

 

Andreas Ruffing

 

 

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