Adventimpuls 1

Ein Paar an der Bushaltestelle. Jeder hat Blumen in der Hand. Ihre Kleidung verrät, dass sie zu einem festlichen Anlass vorbereitet sind und sich auf den Weg dorthin befinden. Um was für einen Anlass es ich handelt, lässt sich nicht erahnen. Ihre Haltung, ihre Gestik drückt aber das Warten aus. Sie warten auf den Bus.

Sehnsucht? Gelassenheit? Anspannung? Warten kann viele Facetten in sich tragen.

Unwillkürlich kommt der Satz in den Sinn:

Auf was warten wir?

Warten hat immer mit unseren Sinnen zu tun. Ich schaue auf die Ampel. Ich höre auf die Stimme, die mich beim Arzt aufruft. Immer ist mindestens ein Sinnesorgan auf Lauerstellung gestellt, wenn ich warte. Damit wird deutlich, dass mein Körper auf das Warten ausgerichtet ist. Ja, man könnte sogar sagen, dass unser ganzes Dasein darauf aus ist, auf etwas zu warten.

Ich warte auf das Glück oder auf den Sinn meines Lebens. ICH bin ein wartendes ICH.

ER – WARTE ich mein Leben? Durch meine Sinne und mein Warten geschieht Leben. Denn Leben hat mit Erwartungen zu tun.

 

Dies ist für mich immer aktiv und zugleich passiv zu sehen. Denn die Zeit des Wartens kann ich in den meisten Fällen nicht beeinflussen. Ich muss sie einfach hinnehmen. Das ist die passive Seite.

 

Auf der aktiven Seite stehen meine Sinne. Wenn ich sie nicht nutze, dann verpasse ich unter Umständen, worauf ich warte. Warten hat etwas mit mir und meiner Persönlichkeit zu tun und meinem Selbstwertgefühl.

 

  • Manche Menschen warten ein Leben lang darauf, dass ein herausragendes Ereignis ihr Leben auf den Kopf stellt.
  • Manche Menschen warten ein Leben lang darauf, dass ihnen das Glück ihres Lebens über den Weg läuft.

 

Auf was warten wir?

Jesus fordert uns Menschen dazu auf, mit allen unseren Sinnen wachsam zu sein. Der Advent bringt uns jedes Jahr wieder eine Atmosphäre, die geprägt ist vom Warten, vom Er-warten. Der Advent ruft uns die Sehnsucht in Erinnerung, die in jedem Christen, in jedem Menschen brennt, dass wir ein erfülltes Leben führen möchten. Kein abgefülltes Leben mit Konsum, mit Freizeitablenkung oder Überarbeitung. Ein Leben zu erwarten, das uns in christlichen Sinn zusammenführt, in eine Gemeinschaft, die zu einer Vertrauensgemeinschaft wird.

Dechant Andreas Matthäi

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