Fassungslos und tief traurig muss ich Ihnen heute mitteilen, dass unser Kollege Wilfried Vogelmann am 5. März 2017 aus dem Leben gegangen ist, indem er es sich selbst genommen hat.

Wilfried war für mich persönlich, seit ich 2006 zur Männerarbeit kam, immer eine der wichtigsten Persönlichkeiten der katholischen Männerarbeit in Deutschland. Er war für mich durch seine engagierte und einfühlsame Art, Seelsorge mit Männern zu betreiben, ein großes Vorbild und Ansporn, die spirituelle Männerarbeit entlang am Leben der Männer, also geerdet und himmelnah zugleich so zu gestalten, dass Männer von heute ihren tiefen Lebensgrund finden können. Aber vor allem kann ich aus tiefstem Herzen sagen: ich habe Wilfried sehr gemocht! „Mancher Mensch weiß nicht, wie wichtig es ist, dass er einfach da ist.“ So hat Wilfried selbst in einem Gedicht formuliert, was möglicherweise – bewusst oder unbewusst – auch an sich selbst gerichtet war, nämlich dass ihn offensichtlich durch eine tiefe seelische Verdunklung nicht mehr erreichen konnte, dass er für viele Menschen ein extrem wichtiger und liebenswerter Mensch war. So eben auch für mich!

So möchte ich mit Ihnen heute meine tiefe Trauer teilen.

Ich möchte aber auch würdigen, was er für die katholische Männerarbeit in Deutschland geleistet hat. Seit gefühlt unendlicher Zeit war er als Pastoralreferent in der Männerarbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart tätig und hat dort maßgeblich dazu beigetragen, eine moderne Männerarbeit aufzubauen, die viele Männer angesprochen und bereichert hat, weit über den Bereich enger Kirchenzugehörigkeit hinaus. Er war der Begründer und maßgeblicher Redakteur der Zeitschrift „Männernetzwerk“, von dem viele Kollegen auch bundesweit über viele Jahre profitiert haben.

Darüber hinaus war er auf der Bundesebene im Verein der Arbeitsstelle für Männerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz engagiertes Mitglied und von 2007-2011 auch Vizepräsident der „Gemeinschaft Katholischer Männer Deutschlands“. Außerdem war als Mitglied der Bundeskonferenz der katholischen Männerseelsorger der Diözesen bei allen maßgeblichen Tagungen, Beschlüssen und Projekten stets engagiert beteiligt.

„Mancher Mensch weiß nicht, dass er ein Geschenk des Himmels ist. Er weiß es, wenn Du es ihm sagst.“ So schreibt er am Ende seines Gedichtes. Obwohl ich weiß, dass ihn möglicherweise dies nicht mehr erreicht, möchte ich Dir, lieber Wilfried dennoch sagen: „Du warst ein Geschenk des Himmels und wirst es bleiben!“

In Dankbarkeit für alles, was Wilfried uns gegeben hat und in Achtung seiner Integrität und Würde grüßt herzlich, auch in Namen des Teams der Arbeitsstelle Frau Westermann und Herr Döllmann,

Ihr und Euer

Andreas Heek