Maennerstudie - CoverbildWie leben, denken, fühlen Männer? Was bestimmt ihr Leben und was wünschen sie sich? Und was hat sich bei ihnen in den letzten zehn Jahren verändert?

Eine Fülle von Antworten gibt die Studie „Männer in Bewegung. Zehn Jahre Männerentwicklung in Deutschland“. Erstellt haben sie Rainer und Volz und Prof. Paul M. Zulehner im Auftrag der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands (GKMD) – mit Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Und so war bei der Präsentation der Studie am 18. März 2009 neben dem EKD-Ratsvorsitzenden, Bischof Dr. Wolfgang Huber, und dem Beauftragten der DBK für Männerseelsorge, Erzbischof Dr. Ludwig Schick, auch Bundesfamilienministerium Dr. Ursula von der Leyen auf dem Podium vertreten.

Die Untersuchung setzt eine Vorgängerstudie von 1998 fort und erlaubt so einen Blick auf die Entwicklungen im vergangenen Jahrzehnt. Und da neben Männern auch Frauen befragt wurden, ist ebenso der Vergleich zwischen den Geschlechtern möglich.

Gerade da zeigt sich Erstaunliches: Während die Modernisierung bei den Frauen rasch voranschreitet, hängen die Männer deutlich hinterher. Doch selbst die traditionell denkenden Männer bewegen sich: Sie sind gegenüber 1998 deutlich offener, was die Berufstätigkeit von Frauen betrifft und die Betreuung von Kleinkindern außer Haus.

Der familiale Lebensraum ist Männern und Frauen weiterhin sehr wichtig; an Bedeutsamkeit zugelegt haben z. B. die Bereiche Freunde und Freizeit. Bemerkenswert sind die Veränderungen bei der Religiosität und speziell unter den Männern bei der Einstellung zur Kirche: Bezeichneten sich 1998 nur 16 % der männlichen Kirchenmitglieder als kirchenverbunden, sind es 2008 29 % (Frauen: 24 % und 28 %). Auch die Kirchensympathie bei den Nichtmitgliedern ist gestiegen. Eine Chance für die Kirchen und besonders für die kirchliche Männerarbeit!

Gegenüber der Vorgängerstudie neu ist das Thema „Pflege“. Während mittlerweile die Väter ihre Bedeutung für ihre Kinder weithin erkannt haben und sich in deren Betreuung aktiv einbringen, sträuben sich viele Männer noch, die Versorgung kranker und alter Angehöriger zu übernehmen; doch ist rund die Hälfte bereit, dafür die Berufstätigkeit um 50 % oder mehr zu verringern.

Auch das Thema Gewalt ist gegenüber 1998 neu im Fokus der Studie. Und es ist ein Thema gerade auch für Männer! Bei 28 % der Männer und 14 % der Frauen findet sich eine stark rassistisch und sexistisch eingefärbte Gewaltakzeptanz. Und: Männer sind nicht nur öfter Täter, sondern auch Opfer von Gewalt als Frauen! Damit bestätigen sich Untersuchungen der letzten Jahre.

Das sind nur einige Beispiele aus der Fülle der Daten. Weitere Themen der Studie sind z. B.:

  • Arbeit
  • Politik
  • Haushalt
  • Scheidungen
  • Männerfreundschaften und Vereine
  • Gesundheit
  • Sexualität
  • Gefühle
  • Leid und Tod
  • Persönlichkeit Männerarbeit

Bestellmöglichkeit

Die Studie „Männer in Bewegung. Zehn Jahre Männerentwicklung in Deutschland“ ist als Band 6 der Forschungsreihe des Bundesfamilienministeriums im Nomos-Verlag erschienen. Bestellung und Download sind möglich unter folgendem Link:
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/Publikationen/publikationen,did=121150.html

Mehr zur Studie:
Präsentation der Studie am 18. März 2009
Fachpodium zur Studie am 18. März 2009