Renate Jost, Klaus Raschzok (Hrsg.), Gender – Religion – Kultur. Biblische, interreligiöse und ethische Aspekte. Theologische Akzente, Band 6, Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2011. ISBN: 978-3-17-020716-5. 232 Seiten.

 

Bei Sammelbänden – wie auch dem vorliegenden – lohnt es sich zunächst, das einleitende Kapitel der Herausgeber zu lesen, um einen Überblick über die einzelnen Artikel zu bekommen. Dann kann man immer noch nach Interessenslagen einzelne Beiträge selektiv auswählen oder beim Durchblättern die eine oder andere Entdeckung machen. So ist es mir mit diesem Band gegangen. Die Entdeckung dieses Buches war für mich der autobiografische Beitrag von Fulbert Steffensky, der von seiner religiösen Kindheit in einem kleinen saarländischen Dorf erzählt. Für mich war dies auch eine Reise in die eigene Vergangenheit, bin ich doch ebenfalls in einem solchen Dorf im Saarland – wenn auch eine Generation später – groß geworden und konnte vieles wieder erkennen. Ansonsten wird der Bogen weit gespannt: von der altorientalischen Göttinnenverehrung und ihren Bezügen zur Marienfrömmigkeit über die englische Königin Mathilde als Theologin im englischen Investiturstreit und schwäbische Missionsbräute im 19. Jahrhundert bis hin zu „Überlegungen zu einer HIV/AIDS-bezogenen Pastoraltheologie/-pädagogik“.

Ansonsten zeigt sich das übliche Bild, wenn es um Genderforschung geht: es überwiegen die Beiträge von Forscherinnen und es sind eher frauenfokussierte Themen, die aufgegriffen werden.

 

Andreas Ruffing