Christian Feldmann, Alfred Delp. Leben gegen den Strom. Herder, Freiburg – Basel – Wien 2005. ISBN 3-451-28569-X. 125 Seiten, € 14,90.

 

Rita Haub/Friedrich Schreiber, Alfred Delp. Held gegen Hitler. Echter Verlag, Würzburg 2005. ISBN 3-429-02665-2. 120 Seiten, € 12,80.

 

Alfred Delp ist bekannt als Mitglied des Kreisauer Kreises und als Opfer der Willkürjustiz der Nazis im Zusammenhang mit dem 20. Juli. Weniger bekannt ist seine Rolle in der Männerarbeit; doch war er einer der wichtigsten Organisatoren der Konferenzen in Fulda in den 40er Jahren.

Anlässlich des 60. Jahrestages seiner Hinrichtung am 2. Februar 1945 sind zwei Bücher erschienen:

Christian Feldmann geht dem Leben und Denken Delps chronologisch nach und zeichnet ihn als „Querkopf“ (S. 7), der mutig seinen eigenen Weg einschlug. Die Darstellung des Biographen wird ergänzt durch 23 Seiten mit ausgewählten Originaltexten Delps.

Rita Haub, Historikerin in der deutschen Jesuitenprovinz, und Friedrich Schreiber legen dagegen einen Sammelband vor. In zwei Kapiteln, von den Herausgebern geschrieben (S. 23-77), findet man eine Biographie Alfred Delps. Neben einen Geleitwort von Friedrich Kardinal Wetter und einem Grußwort geht Georg Düchs der Frage nach: „Was kann uns Alfred Delp heute bedeuten?“, zeichnet Karl Adolf Kreuser Alfred Delp als „Prophet für unsere Zeit“, stellen Engelbert von der Lippe und Gisela Achminow Delp und seinen ebenfalls von den Nazis hingerichteten Kaplanskollegen Hermann Josef Wehrle nebeneinander und steuert Theo Schmidkonz zwei Meditationen bei. Auch ein Originaltext Alfred Delps ist in den Band integriert.

Beide Bücher sind schwarz-weiß bebildert. Sie würdigen diesen großen jesuitischen Denker, der eine neue Sozialordnung für die Zeit nach der Nazidiktatur entwarf, der sich aber auch intensiv und schonungslos damit auseinandersetzte, wie der moderne Mensch wieder zu Gott finden könne. Gerade diese Gedanken erscheinen auch heute überaus aktuell.

 

Martin Hochholzer