Peter Döge u. a. (Hg.), Schaustelle Gender. Aktuelle Beiträge sozialwissenschaftlicher Geschlechterforschung (Wissenschaftliche Reihe 151). Kleine Verlag, Bielefeld 2004. ISBN 3-89370-386-1. 212 Seiten, € 20,90.

 

Das Wort „Gender“ ist mittlerweile an vielen Stellen in der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion präsent. Was aber taugt es wirklich als Analysekategorie? Dieser Frage widmet sich der vorliegende Sammelband mit Blick auf die Sozialwissenschaften, der die Vorträge einer Tagung des Berliner Instituts für anwendungsorientierte Innovations- und Zukunftsforschung zum Thema „Gender als Kategorie in den Sozialwissenschaften“ dokumentiert und sich daher zunächst primär an Fachleute aus den Sozialwissenschaften richtet. Dennoch ist der Band darüber hinaus allein schon wegen der einleitenden Überblicksartikel von Andrea Maihofer („Von der Frauen- zur Geschlechterforschung – modischer Trend oder bedeutsamer Perspektivenwechsel?“) und Michael Meuser („Geschlechterforschung und Soziologie der Männlichkeit“) für all diejenigen empfehlenswert, die aus beruflichen oder privaten Gründen Einblick in aktuelle Trends der Geschlechterforschung erhalten möchten. Von den Beiträgen aus einzelnen Forschungsbereichen fand ich besonders den Artikel von Uta Scheer zu „Gendered Cyborgs in der Fernsehserie Star Trek: Voyager“ und von Gabriele Schambach „Genderaspekte in der Planung des Potsdamer Platzes in Berlin“ anregend, weil sich hier plötzlich neue Perspektiven auf zwei vertraute Phänomene unserer Alltagskultur eröffneten.

 

Andreas Ruffing