Alain de Botton
Der Lauf der Liebe, 2016, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

 

Das neueste Buch des britisch-schweizerischer Schriftstellers kümmert sich nicht um den Moment des Verliebens, sondern um die ungleich wichtigere Frage: Wie geht es danach weiter? Das ist für den Autor die eigentliche Liebesgeschichte.
Die Hauptfiguren Rabih und Kirsten müssen erkennen, dass die Euphorie des ersten Augenblicks nicht ein Leben lang anhalten kann. Dass die erste Meinungsverschiedenheit, der erste Streit, die erste Enttäuschung unvermeidlich sind.

Erzählt wird eine Liebesgeschichte, die an dem Punkt beginnt, wo der Alltag beginnt. Eingebettet sind einige schöne Episoden wie beispielsweise die vom Gläserkauf bei IKEA. Das Leben der beiden bewegt sich zwischen der-lauf-der-liebeprekären Jobs und Kinderbetreuung, dem Ringen um Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung. Ein aktuelles normales Leben also.

Der Autor zeigt bin diesem Werk, warum sich das Wagnis der Liebe lohnt und wie es gelingt, das Glück zu zweit zu finden. In dem Roman ist es dann die Geschichte von einem Mann, der sich traut mit seiner Frau gemeinsam eine Paartherapie zu besuchen und dies auch positiv für sich bewertet.

 

Es ist kein reines „Männerbuch“, sondern eher eine Gebrauchsanweisung in Form der literarischen Gattung Roman. Diese sind ergänzt um lebenspraktischen Handreichungen („ Liebe ist eine Suche nach Ergänzung“). Es geht darum, wie gemeinsam die Herausforderungen des Lebens gemeistert werden können.

Jürgen Döllmann