SterbewacheArnold Illhardt, Sterbewache. Am Totenbett meines Vaters. Echter Verlag. Würzburg 2013. ISBN 9783429036294. 95 Seiten.

 

Dieses Buch von Arnold Illhard ist eigentlich kein „Protokoll dieser Nacht“, wie es der Klappentext beschreibt. Es sind eher Fragmente von Gedanken, die dem Autor am Sterbebett im Krankenhaus während des Sterbens seines Vaters durch den Kopf gehen. Und er schreibt sie nieder, ehrlich und vorbehaltlos.

Das Buch ist ein Plädoyer für ein Thema, über das kaum gesprochen wird. Arnold Illhard stellt sich gegen die Verdrängung und lässt den Leser an seinen innersten Gefühlen und Erinnerungen teilhaben. Seine bildhafte Sprache aus, was sich anders kaum ausdrücken lässt. Unterstützt werden seine Ausführungen durch Zitate, welche ihm einfallen, um das Beschriebene zu veranschaulichen. Am Ende bleibt der Tod unbeschreiblich: „Kein Zucken mehr. Nichts. Totenstille!“ (S. 91)

Ein Buch, das zur ehrlichen Auseinandersetzung mit dem Tod einlädt. Manchmal hart und manchmal ganz sanft. Ein Buch, das man gut mehr als einmal lesen kann.

 

Martin Zimmer